Storegade 13, Haus von Ebeling (unter Denkmalschutz)

An der Ecke Storegade und Bagergyde steht dieses schöne Haus, das sich ein wenig von den anderen Herzoghäusern unterscheidet. Die schöne Tür und die Größe des Hauses deuten darauf hin, dass der Bewohner einen gewissen Status hatte.

Christian Rudolph Ebeling wurde 1730 in der Grafschaft Oldenburg geboren. Wie er nach Augustenburg kam, ist nicht bekannt, aber 1761 heiratete er Frideriche Hartwig, die Tochter des Hofschneiders des Herzogs. Das Haus wurde wahrscheinlich im selben Jahr erbaut, da der Herzog es vorzog, dass das Hofpersonal nicht im Schloss wohnte, wenn es heiratete.

Ebeling war ein Mann mit vielen Talenten. Er war zunächst als Lakai bei Prinz Æmil August (dem Bruder des Herzogs) und später als Lakai und Hofmusiker bei Herzog Frederik Christian I. beschäftigt. Die Lakaien mussten auch Instrumente spielen können, und Ebeling konnte das. Er wurde Leiter der Hofkapelle, die im Schloss und auf den kleinen Plätzen im Wald und im Park spielte. Er war auch ein sehr begabter Organist. Als 1773 die Orgel für die neue Schlosskirche eintraf (die 1776 eingeweiht wurde), war er sehr engagiert und wurde der erste Organist der Schlosskirche. Er war dafür verantwortlich, dass die Orgel bei ihrer Ankunft aus Hamburg „eingestimmt“ wurde. Sie war während des Transports demontiert worden. Er hatte einen Sitz auf der dritten Bank der Kirche, was etwas über seinen Status und seine Gunst beim Herzog aussagte.

Ebeling war auch ein sehr geschickter Schnitzer, der die schönen Schnitzereien an der Tür selbst anfertigte. Auch das kleine Altarkruzifix in der Schlosskirche ist sein Werk. Er baute auch Geigen, Bratschen und Kontrabässe für die Schlosskapelle und für andere Orte auf Alsen. Er fertigte auch Stühle aus Apfel- und Birnenholz sowie Löffel, Gabeln und dergleichen aus Bein.

Nach Ebelings Tod im Jahr 1809 übernahm sein Schwiegersohn Tyge Hansen das Haus und lebte dort viele Jahre lang mit seiner Familie.

Ab 1850 war das Haus im Besitz des Fuhrmanns Peter Elley, der hier ein Fuhrunternehmen und eine Gastwirtschaft betrieb. Am östlichen Ende des Hauses befand sich eine Schenke, und vielleicht wurde zu dieser Zeit ein Gefach an das Haus angebaut. Dies könnte erklären, warum das Haus nicht symmetrisch ist wie die meisten anderen Herzoghäuser.

Im Jahr 1909 kaufte Asmus Nielsen das Haus und führte das Fuhrunternehmen weiter. Es heißt, dass es zwei Wagen gab: Einen roten und einen blauen. Der blaue war der teuerste, und den musste der Gerichtsvollzieher immer haben. Neben dem Wagen wurden auch Pferde benötigt – zwei Mark für einen Einspanner und sechs Mark für einen Zweispanner. Später gab es weitere Wagen für den Taxidienst der damaligen Zeit.

Asmus Nielsens Sohn Friedrich übernahm das Haus als Malermeister bis zu seinem Tod im Jahr 1989. Die Erben verkauften das Haus an eine örtliche Baufirma, die das Haus renovierte und in zwei Wohnungen umbaute. Heute wird das Haus zur Vermietung genutzt.